Bodensaure Eichenwälder
mit Mooren und Heiden

Entwicklung von Feuchtheide

Das Große Veen ist das größte Heidemoor am Niederrhein und Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Vom Herbst 2014 bis Winter 2014/2015 wurden dort verschiedene Optimierungs- und Entwicklungsmaßnahmen zum Erhalt der Moore und der Entwicklung von Feuchtheide durchgeführt:

Zur Aufwertung der feuchten Lebensräume gehörte u.a. das Freistellen der Moorrandbereiche durch das Regionalforstamt Niederrhein. Durch diese Maßnahme wurde die Beschattung der Moore sowie die Verdunstung deutlich reduziert. Nach der Entnahme von Gehölzen erfolgte das „Abplaggen“, also das Entfernen der oberen Vegetationsschicht entlang der Moore und feuchten Senken, insbesondere im Südosten des Gebietes. Hier stand vorwiegend Pfeifengras, die Flächen waren also artenarm und zeigten einen schlechten Erhaltungszustand auf. Durch das Abschieben auf knapp 3 Hektar Fläche kann sich an diesen vegetationsfreien, feuchten, anmoorigen Standorten mit der Zeit wieder die Vegetation der Feuchtheiden einstellen, mit beispielsweise Sonnentau, Glockenheide und Sumpfbärlapp. Denn es ist davon auszugehen, dass sich noch Samen dieser typischen Pflanzengesellschaften im Boden befinden, aus denen sich nach dem vorsichtigen Abtragen des Oberbodens wieder ein Bestand entwickeln kann. Die Senken sind viele Monate im Jahr mit Wasser gefüllt und Lebensraum für den Kleinen Wasserfrosch, Teich- und Moorfrosch sowie viele Libellenarten.

Für die weitere Verbesserung des Wasserhaushaltes der Moore fand der gezielte Rückbau historischer Entwässerungsgräben statt, die sich durch das gesamte Gebiet ziehen. Das Verfüllen und Verdichten der Gräben erfolgte mit dem abgeschobenen Bodenmaterial des Abplaggens und diente der Wiederherstellung eines naturnahen Wasserhaushaltes der Moore und Feuchtheiden. Bei den Arbeiten war es besonders wichtig den richtigen Wasserstand einzustellen, damit die empfindliche Vegetation vor Ort weder ertrinkt noch austrocknet.

Life10 NAT/DE/009 / Life-Projekt Bodensaure Eichenwälder mit Mooren und Heiden nach oben